Abi und davon – Mein Auslandsjahr!

Es gibt bestimmt ein paar von Euch, die nach dem Abi nicht direkt zur Uni gehen wollen. Vielleicht habt Ihr mehr Lust darauf etwas zu erleben, neue Orte zu besuchen und ein paar Erfahrungen zu sammeln.

Einfach raus in die Welt und am besten nie mehr zurück kommen. Ich habe zwar erst mal ein bisschen studiert, aber auch mich hat schließlich das Reisefieber gepackt. Hauptsächlich war ich zwei Jahre in England, aber ab und an finde ich mich auch an exotischeren Orten wieder.

Am Anfang klang es verdammt gruselig alleine irgendwo hin zu fliegen – meine erste richtige „Reise“ ohne Begleiter. Aber wenn man sich endlich getraut hat, ist das Gefühl ganz alleine an einem Ort anzukommen, wo man noch nie war, einfach unbeschreiblich. Man fühlt sich so wahnsinnig frei und stark. Sogar alleine im Restaurant zu essen liefert einen kleinen Adrenalin-Kick. Irgendwann, wird das ganze dann ein bisschen normaler. Von mir aus geh ich auch alleine am Loch Ness wandern oder besteige nen Vulkan in Griechenland. Für mich ist das Beste am alleine reisen, dass man so ungebunden ist. Man muss keine Rücksicht nehmen und kann machen was man will – heute am Strand liegen, morgen die Gegend erkunden, ganz ohne Nerverei. Du hast spontan Lust auf einen neuen Ort? Einfach den nächsten Bus oder Zug nehmen und treiben lassen.

Aber keine Angst, einsam war meine Reise sicher nicht. Während meiner Schulzeit wäre es undenkbar gewesen, dass ich einfach jemanden anspreche. Aber davon war ich auch ziemlich schnell geheilt. Mann muss nur erst mal den “inneren Schweinehund” überwinden. Das fängt an damit, dass man nach dem Weg fragen muss weil Google Maps versagt und ehe man sich versieht, kann man schon Fremde in Cafés ansprechen. Vor allem in großen Städten oder beliebten Locations für „Work and Travel“ findet ihr Gleichgesinnte, die auch auf der Suche nach neuen Freunden und vielleicht sogar Reisepartnern sind. Mittlerweile kann ich mit Stolz behaupten, dass ich Freunde und Schlafplätze auf der ganzen Welt habe!

Natürlich wollte ich nicht verhungern und musste mich relativ schnell auf die Job-Suche begeben –meine gesparten 1000 € verschwanden recht schnell bei den Zimmerpreisen in England. Also habe ich mich erst mal mit einem dicken Stapel Lebensläufen bewaffnet und bin losgezogen um eine Arbeit zu suchen. Da sind wir wieder beim Thema ansprechen. Bei den ersten fünf Läden war das noch verdammt unangenehm, aber nach einer Woche hatte ich keinerlei Hemmungen mehr – und gleich zwei Aushilfsjobs. Angst vor Vorstellungsgesprächen war gestern!

Aber natürlich ist das ganze nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Manchmal kann das Travel-Life auch ziemlich einsam werden. Alle paar Monate wünschte ich mir meine Schul-Freunde oder meine Familie wieder herbei. Klar, man lernt dauernd neue Leute kennen, aber die sind oft nur zum Party machen gut oder eben auch nur auf der Durchreise. Feste Freundschaften in so kurzer Zeit zu etablieren ist schwierig – von 10 bleiben 3 übrig. Das Schlimmste war aber immer wenn ich mal krank war, denn als Deutscher ist man doch ganz schön verwöhnt was Ärzte und Krankenhäuser angeht.

Würde ich es wieder tun? Auf jeden Fall. Trotz einiger Hochs und Tiefs habe ich so viele wunderschöne, manchmal auch verrückte Momente erlebt, interessante Menschen kennengelernt und fürs Leben gelernt. Ja, vielleicht bin ich sogar ein kleines bisschen erwachsen geworden. Manchmal muss man nur einfach mal etwas wagen.

Liebe Grüße.

Eure Susanne

P.c.: Pixabay.com/StockSnap

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